RSS-Feed
twitter
Facebook

21.Mar.2011 18:03 Uhr by Friederike Schulz

QR-Codes: Jugendkommunikation der Zukunft?

Gesehen hat man sie schon einmal: die rechteckigen Strichcodes aus schwarzen und weißen Punkten, mit denen gezielt Informationen abgerufen werden können. Diese so genannten QR-Codes (kurz für Quick Response = schnelle Antwort) lassen sich mit jedem internetfähigen Handy, das eine Kamera und eine entsprechende Dekodierungssoftware besitzt, entschlüsseln. In Japan sind die QR-Codes schon sehr populär. Doch hat diese Kommunikationsform auch in Europa Chancen? Und wie stehen Jugendliche dazu? Eine britische Studie gibt Aufschluss, inwieweit die Codes für die Jugendkommunikation relevant werden könnten.

QR-Codes können sowohl in Zeitschriften, auf Flyern oder Plakaten und in jeder möglichen Größe abgebildet werden. Sinn und Zweck ist es, den Zielpersonen einen schnellen Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Meist werden die Codes als Mittel des Mobile Marketings eingesetzt. Wird der QR-Code mithilfe einer Handykamera erfasst, entschlüsselt ihn eine Lese-Software und leitet beispielsweise direkt auf eine im Code hinterlegte Webadresse, auf der es dann mehr Informationen zum entsprechenden Angebot gibt.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nutzen den QR-Code zum Beispiel auf ihren Fahrplänen, um den wartenden Fahrgästen schnell und genau Auskunft über die Pünktlichkeit von Bussen und Straßenbahnen zu geben. Demzufolge können QR-Codes nicht nur Webseiten, sondern auch Telefonnummern, Adressen oder informierende Texte enthalten. Sie sind also ideal, um eine Offline-Aktion direkt mit dem passenden Online-Angebot zu verbinden und zu ergänzen.

Allerdings ist vielen Verbrauchern der Sinn und Zweck der QR-Codes noch nicht bewusst. Daher hapert es in Europa noch an der direkten Nutzung dieses Tools. Uns interessiert natürlich vor allem die Wirkungsweise bei der Zielgruppe der Jugendlichen. Eine Studie der britischen Marktforschungsagentur Dubit mit Teenagern zwischen 11 und 18 Jahren zeigte nun, dass die jungen Konsumenten mit dem 2D-Strichcode noch nicht wirklich etwas anfangen können.

Gerade einmal 43 Prozent identifizierten den QR-Code als etwas, das mit einem Handy gescannt und gelesen werden kann. 33 Prozent wussten dabei auch die genaue Bezeichnung. 19 Prozent hingegen konnten dem quadratischen Pixel-Gebilde überhaupt keine Bedeutung zuordnen. 19 Prozent der befragten Jugendlichen haben allerdings schon einmal einen QR-Reader benutzt und 77 Prozent halten ihn immerhin für ein nützliches Tool.

Die Frage ist nun, inwieweit die Codes in Zukunft für die Kommunikation mit Jugendlichen relevant sein werden?

Den Anstieg der Nutzung von QR-Codes in Nordamerika verdeutlicht eine Studie des QR-Reader-Herstellers Mobio. Aus der Analyse der Mobio-Server geht hervor, dass die Mehrheit der Nutzer von QR-Codes in den USA zwischen 35 und 44 Jahren alt ist (25 Prozent). Die unter 18-Jährigen sind lediglich mit 5 Prozent vertreten. Die Auswertung der Daten zeigt auch ein erhöhtes Interesse der Frauen für die Code-Mechanik (64 Prozent der Nutzer).

Vor allem bei den Jugendlichen müsste das Bewusstsein zur Nutzung ihrer Smartphones und zum Umgang mit QR-Codes noch weiter geprägt werden, um eben diese als effektives Marketing-Instrument in der Jugendkommunikation einsetzen zu können.

Was meint ihr: Hat der QR-Code bei den Teenagern in der Zukunft eine Chance?

Quellen: Dubit Research ; The Next Web