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17.Feb.2012 12:02 Uhr by Simcha Strübind

Spielwarenmesse Nürnberg 2012 – So war’s!

Ein Spaziergang über die Spielwarenmesse und die Suche nach Trends in den Kinderzimmern. cobra youth war mit dabei auf der Spielwarenmesse 2012!

Die diesjährige Spielwarenmesse in Nürnberg hatte unter anderem das Motto „no photos please“. Gucken na gut – teilweise war das bei den Festungen, die die großen Firmen errichtet hatten, aber auch nicht möglich. Nur für diejenigen, die zum erwählten  Kreis gehörten, öffneten sich dann die Tore und man konnte in jene geheime Welt eintreten, die nicht von jedem x-beliebigen Besucher gesehen werden sollte.  Auf Nachfrage an den großen Ständen konnte man aber teilweise doch an einer Führung teilnehmen, die einem das ganze Produkt-Portfolio offenbarte.

Neuerungen 2012 wird es viele geben – wir dürfen gespannt sein. Eine Besonderheit dieses Jahr ist ganz klar Lego Friends. Hier rückt nun die Zielgruppe Mädchen in das Visier des Spielzeugherstellers (oder wie die Financial Times Deutschland titelte: “Lego wird tussig”). Mädchen wurden befragt, was sie sich denn wünschten und heraus kamen fünf neue Freundinnen mit unterschiedlichen Berufen, Charakteren und Frisuren (ganz wichtig), die die Fantasie der Mädchen anregen und deren Spielbedürfnissen gerechter werden sollen.

Lego Friends

Das sind die Spielzeug-Trends 2012

Trends auf der Spielwarenmesse zu identifizieren ist nicht so leicht wie gedacht. Es gibt eine Hülle und Fülle an tollen und innovativen Ideen, die von Ausstellern aus der ganzen Welt angeboten werden. Der Betrachter ist schlichtweg überfordert. Ein toller Messestand folgt dem anderen und das bei über 15 Hallen, die Fußballstadien gleichen und 12 verschiedenen Produktkategorien. Da kann man schon leicht den Überblick verlieren.

Klassische Brettspiel-Hersteller versuchen ihre Spiele mittels Elektronik aufzuwerten. Bevorzugt werden Kooperationen mit Apple. Das Spiel des Lebens wird fortan mit dem iPad gespielt. Das Glücksrad wird auf dem iPad gedreht und Ereignisse werden zur besseren Verständlichkeit darauf abgespielt. Ähnliches bei Monopoly: Hier wird das iPhone integriert und beim Überqueren von LOS schreibt die Bank dem iPhone automatisch Guthaben gut. An dieser Stelle wird versucht, alle Generationen einer Familie wieder um das Spielbrett zu versammeln und dem ganzen einen coolen Charakter zu verleihen.

Auch Puzzles von Ravensburger sind jetzt mit einer Augmented Reality ausgestattet. Ist das Puzzle fertig gelegt, muss man nur noch eine App für das iPhone downloaden und los geht die Reise in die erweiterte Realität. Je nach Motiv erhält man 3D- Stadtansichten, Filmsequenzen, Sounds oder Suchspiele.

Im Verlagsbereich fokussiert sich alles sehr auf den Mehrwert Bildung und Nutzen. Ein Buch unterhält den Leser nicht mehr nur, sondern es bildet ihn aktiv weiter. Hier liegen vor allem die elektronischen Stifte im Trend, wie ihn viele Verlage anbieten. Diese können Tierstimmen nachahmen, Fragen beantworten oder interaktiv mit dem Konsumenten in den Dialog treten. Außerdem werden auch QR-Codes angeboten, die zusätzliche Informationen liefern. Ansonsten wird sehr auf die Qualität der Leseinhalts und seiner Gestaltung Wert gelegt. Hier werden ganz klar die Eltern mit ihrer Intension, dem Nachwuchs die besten Startchancen zu geben, angesprochen.

Ein weiterer sehr starker Trend, der fast in allen Hallen zu finden war: Star Wars. Die Motive ziehen sich durch alle großen Hersteller und Branchen. Insbesondere auch deshalb, weil aktuell ein Star Wars – Film im Kino läuft. Hier wird geschickt der Film mit dem Spielen verbunden. Generell ist Licensing immer noch ein hochaktuelles und beliebtes Thema im Spielwarenbereich.  Sehr viele Firmen bieten lizensiertes Spielzeug an. Die Charaktere sind bereits geschaffen und lassen sich somit leichter auf das Spielzeug übertragen – Die

Bekanntheit ist schon da. Weiterhin wird das Licensing direkt in das Leben des Kindes integriert. Angefangen von den Klamotten, über Schulbedarf bis hin zur Bettwäsche. Der Superheld ist allgegenwärtig und erfreut sich höchster Beliebtheit.

Außerdem sind mir sehr viele aufwendig gestaltete Produktverpackungen aufgefallen, die ihren Inhalt nicht preisgeben, sondern vielmehr eine Art kleine Wundertüte sind. In diesem Bereich sind vor allem Sammelfiguren stark vertreten. Die Verpackungen haben einen relativ geringen Verkaufspreis, bewegen sich somit im Taschengeldbereich und sind ideales Objekt der Begierde für die Kids.  Die Verpackungsart und –weise lässt viele Spekulationen über den Inhalt zu und der Kauf allein ist schon ein Erlebnis. Wie mir übrigens mehrere Spielwareneinzelhändler bestätigten, stehen nicht nur die Kinder stundenlang da und raten, welche Figur in der Tüte sein könnte – nein, Mütter und Väter stehen dem in nichts nach.